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Patenschaft für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Im April 2026 habe ich den Patenschaftsvertrag für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an der Veit-Stoß-Realschule Nürnberg unterschrieben. Damit verpflichte ich mich, die Arbeit der Schule für ein offenes, solidarisches Miteinander zu begleiten. Mir war wichtig, dass das keine Unterschrift für den Briefkopf wird, sondern eine Zusage, wiederzukommen.

Der Titel wird oft für eine Auszeichnung gehalten. Das ist er ausdrücklich nicht. Das Netzwerk selbst nennt ihn eine Selbstverpflichtung – kein Zertifikat, kein Siegel, kein Garantieschein, dass es an dieser Schule keinen Rassismus gibt. Eine solche Schule gibt es nicht, an keinem Ort.

Damit eine Schule aufgenommen wird, müssen mindestens 70 Prozent aller Schulmitglieder in einer geheimen Abstimmung zustimmen. Und zwar wirklich alle, die dort lernen, lehren oder arbeiten: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, der Hausmeister, die Schulleitung. Sie bekennen sich zu drei Sätzen – sich für nachhaltige Projekte gegen Diskriminierung einzusetzen; bei Gewalt und diskriminierenden Äußerungen nicht schulterzuckend vorbeizugehen, sondern die Sache anzusprechen; und dafür zu sorgen, dass jedes Jahr Projekte gegen Diskriminierung stattfinden. Erst dann darf das Schild an die Wand. Bundesweit gehören dem Netzwerk rund 5.000 Schulen an.

Zu diesem Verfahren gehört eine Patin oder ein Pate, auf die sich die Schule einigt und die bei der Aufnahmefeier dabei ist. Vor mir hatte Goyo Montero die Patenschaft an der Veit-Stoß-Realschule, der langjährige Ballettdirektor des Staatstheaters Nürnberg, der inzwischen in Hannover arbeitet. Es ist eine große Aufgabe, ihm nachzufolgen.

Fremd ist mir die Schule nicht. Am 28. November 2025 hatte dort mein Forumtheaterstück „ZERRISSEN“ Premiere, vor den Klassen 8e und 7A – ein Stück über Identität, Freiheit und die Konflikte, die junge Menschen zwischen Familie, Herkunft und eigenem Willen aushalten. Beim ersten Diversity Day der Schule am 28. Februar 2026 kam ich mit einem Theaterworkshop wieder; acht Workshops standen an diesem Tag zur Wahl, von Körperbewusstsein über LGBTQI+ bis Diskriminierung. Die Schule ist außerdem als „Schule der Vielfalt“ zertifiziert. Das Thema ist dort also kein Sonderprogramm, sondern Alltag.

„Schulen sollen Orte sein, an denen alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Geschlecht – die gleichen Chancen haben und sich sicher, gesehen und angenommen fühlen.“ Das habe ich zur Unterzeichnung gesagt, und daran möchte ich gemessen werden.

Quellen: Veit-Stoß-Realschule Nürnberg, Meldung „Irfan Taufik ist neuer Pate für Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“; Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, „Courage-Schule werden“.

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