Ein kurzer Film führt hinter die Kulissen der Probenarbeit zu „Flucht & Heimat“ am Staatstheater Nürnberg. Wir waren beim Probenbesuch dabei.
Proben zu besuchen ist für unser Ensemble mehr als ein Ausflug. Die meisten von uns spielen ehrenamtlich, in Räumen, die wir uns organisieren müssen, mit Technik, die wir selbst aufbauen. Zu sehen, wie an einem Staatstheater gearbeitet wird – wie viele Menschen an einer Szene beteiligt sind, wie oft ein Auftritt wiederholt wird, wie ruhig es dabei zugeht –, verändert den Blick auf die eigene Arbeit. Manches wirkt danach weniger einschüchternd. Anderes wird als das erkannt, was es ist: Handwerk, das man lernen kann.
Der Stoff selbst liegt nah an dem, worüber wir seit Jahren arbeiten. „Flucht“ und „Heimat“ sind zwei Wörter, die in der öffentlichen Debatte fast nur noch als Schlagworte vorkommen. In einem Probenraum werden sie wieder konkret, weil jede Figur eine Entscheidung treffen muss und niemand einen Standpunkt referieren kann.
Für Mitglieder unseres Ensembles, die selbst geflohen sind, ist so ein Besuch nicht neutral. Es ist etwas anderes, die eigene Erfahrung auf einer großen Bühne dargestellt zu sehen, als sie selbst zu spielen. Über beides haben wir danach lange geredet.
Quelle: Staatstheater Nürnberg; eigene Dokumentation des Probenbesuchs.

