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Plauderbank gegen Einsamkeit: Theaterlabor am Kopernikusplatz

Am Kopernikusplatz stand an diesem Julinachmittag eine Bank, auf der Fremde miteinander ins Gespräch kommen sollten. Wir waren mit dabei.

Die Idee der Plauderbank ist so einfach, dass sie fast albern klingt: eine Sitzgelegenheit im öffentlichen Raum, gekennzeichnet als Ort, an dem man angesprochen werden darf. Sie richtet sich gegen etwas, das sich schwer messen lässt und trotzdem viele betrifft – Einsamkeit mitten in der Stadt, gerade bei älteren Menschen und bei Menschen, die neu hier sind.

Für uns ist so ein Nachmittag Theaterarbeit im weitesten Sinn. Wir bringen keine Bühne mit und spielen kein Stück. Wir tun das, was Theater sonst vorbereitet: Wir sprechen Leute an, hören zu, halten eine Situation offen, bis etwas entsteht. Wer das für einfach hält, sollte es einmal versuchen. Ein Gespräch mit einer wildfremden Person auf einer Parkbank zu beginnen, kostet Überwindung – auf beiden Seiten.

Der Kopernikusplatz ist dafür ein guter Ort. Er ist Wohnviertel und Durchgangsraum zugleich, mit Menschen aus vielen Ländern, mit Kindern, Einkaufstaschen, Hunden. An einem Nachmittag entsteht dort kein Zusammenhalt. Aber es entstehen ein paar Gespräche, die es sonst nicht gegeben hätte, und ein paar Menschen erfahren, dass es uns gibt.

Quelle: eigene Dokumentation; Aktion Plauderbank am Kopernikusplatz, Nürnberg.

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