Fünf Tage künstlerische Arbeit am Staatstheater Nürnberg, am Ende ein Abend unter freiem Himmel: Am 4. Juli 2026 haben wir auf der Wiese am Staatstheater gezeigt, woran wir in der Yalla-Yalla-Residenz gearbeitet haben. Wir waren eine von drei freien Gruppen aus Nürnberg, die eingeladen waren. Der Eintritt war frei.
„Yalla“ heißt auf Arabisch so viel wie „Los geht’s“ – ein Wort für Aufbruch und Dringlichkeit. Das Staatstheater hat unter diesem Namen einen offenen Raum zwischen Haus und Stadt geschaffen: die Nachtetage jeden Freitag um 22 Uhr auf der kleinsten Bühne des Schauspielhauses, eine monatliche Late-Night-Show in den Kammerspielen, Gesprächsformate, offene Proben – und eben Residenzen, bei denen Gruppen aus der Stadt für ein paar Tage die Probebühnen des Theaters bekommen. Inzwischen gibt es auch „Yalla Yalla Meets“, wo Nürnberger Akteurinnen und Akteure einen ganzen Abend selbst kuratieren.
Was das für uns bedeutet, lässt sich schwer überschätzen. Wir proben sonst in der Kulturwerkstatt Auf AEG. Fünf Tage in einem Staatstheater zu arbeiten, mit dessen Räumen, Technik und Zeitstruktur, verändert die Art, wie eine Gruppe über die eigene Arbeit nachdenkt.
Die Frage, die über der Residenz stand, war für alle drei Gruppen dieselbe: Was bedeutet es, jetzt, gemeinsam, noch hier zu sein? Die Formate blieben offen – theatral, musikalisch, performativ. Der Abend war ausdrücklich ohne fertige Antworten angekündigt, und das war ehrlich. Eine Residenz ist keine Produktion. Sie zeigt Zwischenstände, Fragmente, Arbeitsweisen, die nebeneinander stehen dürfen, ohne dass daraus schon ein Stück geworden sein muss.
Für uns ist gerade das der Wert dieser Einladung: Wir mussten nichts beweisen. Wir konnten ausprobieren – und danach mit dem Publikum darüber reden.
Quellen: Staatstheater Nürnberg, Seite „YALLA YALLA“; Ankündigung der Yalla-Yalla-Residenz-Präsentation am 4. Juli 2026.

