Beim Juleica-Kongress 2025 im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg habe ich den Workshop „Interkulturelle Kompetenz theaterpädagogisch erleben“ geleitet.
Die Juleica ist die Jugendleiter-Card – der bundesweite Nachweis für ehrenamtliche Jugendleiterinnen und Jugendleiter. Wer sie hat, betreut Freizeiten, Gruppenstunden und Ferienprogramme, meist neben Schule, Studium oder Beruf. Diese jungen Menschen stehen regelmäßig vor Gruppen, in denen fünf Sprachen gesprochen werden und in denen es Konflikte gibt, für die es keine Handreichung gibt.
„Interkulturelle Kompetenz“ wird oft als Wissensfrage behandelt: Man lernt, welche Feste wann gefeiert werden und was man wo besser nicht sagt. Das hilft ein bisschen und führt schnell in die nächste Schublade. Theaterpädagogisch geht es anders herum: Die Teilnehmenden erleben in Übungen selbst, wie es sich anfühlt, die Regeln eines Raumes nicht zu kennen – nicht als Rollenspiel mit verteilten Ausländerrollen, sondern über Spielregeln, die absichtlich nur ein Teil der Gruppe kennt.
Diese Erfahrung ist unangenehm und deshalb wirksam. Wer sie einmal gemacht hat, erklärt einem neu angekommenen Kind in der Gruppenstunde die Abläufe von selbst genauer.
Quelle: Juleica-Kongress 2025, Caritas-Pirckheimer-Haus Nürnberg.

