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ZERRISSEN

Forumtheater über Identität, Ehre und kulturelle Konflikte. Konzept und Regie: Irfan Taufik. Eine Produktion des Theater thevo e. V.

Im Mittelpunkt stehen zwei junge Frauen. Sümeyra steht unter familiärem Druck: Ehrvorstellungen, Erwartungen, eine geplante Zwangsheirat. Melanie rutscht aus Einsamkeit in eine rechtsextreme Gruppe ab. Als sich ihre Wege kreuzen, eskaliert ein Streit – mit tragischen Folgen.

Das Stück beleuchtet den Konflikt zwischen kultureller Tradition und dem Wunsch nach persönlicher Freiheit, ohne eine der beiden Seiten zur Karikatur zu machen.

Forumtheater – was das bedeutet

Das Publikum sieht nicht nur zu. Nach dem ersten Durchlauf wird die Szene erneut gespielt, und wer im Saal sitzt, darf eingreifen, die Handlung anhalten und eine Figur ersetzen. Was zuvor unausweichlich schien, wird damit verhandelbar. Gerade an Schulen führt das zu Gesprächen, die ein Vortrag nicht auslösen würde.

Aufführungen

Premiere war am 28. November 2025 an der Veit-Stoß-Realschule in Nürnberg. Im März 2026 gastierte das Stück an der Berufsschule 9 in Nürnberg.

Angaben zum Stück

Für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene. Dauer 90 Minuten. Produktion: Theater thevo e. V. Konzept und Regie: Irfan Taufik. Anfragen für Aufführungen an buero@thevo.de.

Forumtheater ist keine Vorführung, sondern eine Einladung. Eine Szene wird gespielt, sie läuft schief, und dann fragt der Abend das Publikum: Was hättest du getan? Wer eine Idee hat, geht auf die Bühne und übernimmt eine Rolle. Die Methode geht auf Augusto Boal zurück, der sie als „Theater der Unterdrückten“ entwickelt hat – für Menschen, die im Alltag wenig Handlungsspielraum haben.

Für ein Stück über Identität und Zerrissenheit ist das die richtige Form. Man kann Jugendlichen nicht erklären, wie sie zwischen Familie, Herkunft und eigenem Willen navigieren sollen. Man kann ihnen nur einen Raum geben, in dem sie es ausprobieren, ohne dass es Folgen hat.

Gespielt wurde „ZERRISSEN“ unter anderem an Nürnberger Schulen, vor Klassen, die anschließend selbst auf die Bühne kamen. Die Diskussionen danach dauerten oft länger als das Stück.

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