„Der verschwundene Regenbogen“ war ein Kindertheaterprojekt, das ich im Sommer 2025 geleitet habe.
Mit Kindern zu arbeiten verlangt eine andere Dramaturgie als mit Erwachsenen. Kinder halten keine Diskussion über ein Thema aus, aber sie halten stundenlang eine Geschichte aus, wenn sie darin etwas zu tun haben. Deshalb braucht es ein Bild, das trägt – hier: einen Regenbogen, der verschwunden ist und zurückgeholt werden muss.
Ein solches Bild ist bewusst offen. Farben, die fehlen, lassen sich als Naturphänomen erzählen, als Streit, als Verlust, als das Verschwinden von Vielfalt. Kinder füllen das selbst, und zwar erstaunlich klar. Meine Aufgabe ist es, ihre Ideen zu sortieren, ohne sie zu begradigen, und dafür zu sorgen, dass am Ende jedes Kind einen Auftritt hat, den es sich zutraut.
Geprobt wird mit viel Bewegung und wenig Text. Wer sechs Jahre alt ist und Deutsch gerade erst lernt, kann trotzdem eine Hauptrolle spielen – wenn diese Rolle über Bewegung funktioniert. Das ist keine pädagogische Rücksichtnahme, sondern gutes Handwerk: Auch im Erwachsenentheater erzählen die stärksten Momente selten über Sätze.
Quelle: eigene Projektdokumentation.

