Seit 20 Jahren bringt das Theaterlabor Nürnberg Menschen auf und vor der Bühne zusammen. 2002 begann die freie Theatergruppe unter der künstlerischen Leitung von Irfan Taufik im Loni-Übler-Haus. Aus den ersten Proben entwickelte sich ein künstlerischer Begegnungsraum, in dem unterschiedliche Erfahrungen, Sprachen und Ausdrucksformen zusammenfinden.
Das Loni-Übler-Haus blieb über viele Jahre die Heimat des Theaterlabors. Später wurde auch die Kulturwerkstatt Auf AEG zu einem wichtigen Ort für Proben, Aufführungen und Begegnungen. Das Grundprinzip blieb dabei unverändert: Theater entsteht gemeinsam.
Produktionen aus zwei Jahrzehnten
- 2002: „Irgendwo in diesem Eise“
- 2003: „Deine Traurigkeit ist meine Sonne“
- 2004: „Tod einer Erlösung“
- 2004: „Wenn der Dichter nicht mehr dichten will“
- 2005: „Stimmen aus dem Paradies“
- 2006: „Bis meine Stille einsam wird“
- 2018: „Die rote Jacke“
- 2019: „Hochhaus 23“
- 2020: „Das Fest“
Die dokumentierten Produktionen reichen von poetischen und experimentellen Arbeiten der Anfangsjahre bis zu gemeinschaftlich entwickelten Stücken über Globalisierung, Zusammenleben und die Geschichten, die sich hinter Wohnungstüren und gesellschaftlichen Fassaden verbergen.
Neben den Theaterproduktionen wuchs das Theaterlabor zu einem offenen, interkulturellen und generationenübergreifenden Ensemble. Projekte und Veranstaltungsformate wie „Wir sind da – sichtbar!“ machten künstlerische Vielfalt öffentlich erlebbar und schufen Gelegenheiten für Austausch.
20 Jahre Theaterlabor Nürnberg bedeuten 20 Jahre Mut zur Bühne, Freude am gemeinsamen Spiel und Begegnung auf Augenhöhe. Unser Dank gilt allen, die diesen Weg begleitet und mitgestaltet haben.
Zwanzig Jahre, gerechnet ab 2002 – das ist länger, als viele Nürnberger Kultureinrichtungen mit festem Etat existieren.
Wer so lange durchhält, hat mehrere Generationen von Mitwirkenden erlebt. Menschen sind gekommen, weil sie neu in der Stadt waren, haben ein paar Jahre gespielt, eine Ausbildung angefangen, eine Familie gegründet, sind weggezogen. Manche sind geblieben und stehen bis heute auf der Bühne. Ein Ensemble ist in dieser Zeit weniger eine feste Gruppe als ein Ort, an den man zurückkommen kann.
Was sich in zwanzig Jahren nicht geändert hat, ist die Grundregel: Die Angebote sind kostenfrei, und niemand muss seine Geschichte erzählen, um mitspielen zu dürfen.

