Am 25. Mai 2011 hatte „Zerbombt“ von Sarah Kane in der Nürnberger Fertigungshalle Premiere. Ich spielte den Soldaten, Markus Fisher den Journalisten Ian, Ulrike Reinhold die Cate. Regie: Nikolaus Struck.
Es war meine erste Begegnung mit Sarah Kane auf der Bühne, zwei weitere sollten folgen. Ihre Texte verlangen einem etwas ab, das über Handwerk hinausgeht.
Das Stück
Ein Hotelzimmer. Ian ist Mitte vierzig, Journalist, hat nur noch eine halbe Lunge, trägt eine Waffe und hat Angst. Cate ist Anfang zwanzig und stottert unter Druck. Draußen in den Straßen tobt ein namenloser Krieg, drinnen gibt es Sandwiches, Gin und Champagner.
Cate bleibt über Nacht. Am nächsten Morgen geht sie duschen, und es klopft an der Tür. Ein hungriger Soldat steht davor – meine Figur. Was folgt, holt den Krieg von draußen in das Zimmer.
Kane hat den Text 1995 veröffentlicht, ihr erstes Stück. Vier Jahre später nahm sie sich das Leben. Der Dramatiker David Greig hat in der Einleitung zur Gesamtausgabe darauf hingewiesen, dass die Schlussbilder eher an Beckett erinnern als an das Kino der Neunziger – an Menschen, die auf ihr bloßes Dasein zurückgeworfen sind.
Die Presse
Die Nürnberger Nachrichten nannten den Abend hart an der Grenze des Zumutbaren und führten die Diskussion weiter, die seit den Neunzigern an Kanes Stücken hängt: ob die Radikalität etwas erklärt oder nur erschüttert. Die Kritik hielt fest, dass der Regisseur einige der brutalsten Szenen weggelassen hat, und schloss mit: „Verdienter Applaus für die tapferen Schauspieler.“
Nürnberger Nachrichten, 28. Mai 2011, she
Das Team
Ian: Markus Fisher. Cate: Ulrike Reinhold. Soldat: Irfan Taufik.
Kostüme: Veronika Stünkel. Technische Leitung: Matthias Reubel. Regieassistenz: Dana Baicu. Inszenierung: Nikolaus Struck.
Aufführungsrechte: Rowohlt Verlag, Reinbek.
Bilder


Fotos: Das Theaterprojekt Nürnberg
Video
Stückinformationen, Besetzung und Pressestimmen: Das Theaterprojekt Nürnberg. Regie bei allen genannten Produktionen: Nikolaus Struck.

